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US-Tick: Werbefläche Mensch?

Filed under: Werbetext — mn @ 14. März 2005

Eine Werbe-Verrücktheit zeigt sich nun in den USA. Einzelne Personen vermieten sich, bzw. ihre Stirn, ihren Bauch oder andere Körperflächen für einen bestimmten Zeitraum als lebende Werbeträger.

Die werblichen Auswüchse zeigen sich auf Rücken, Brüsten, Hinterteilen, Bäuchen von Schwangeren oder auf der Stirn. Das Phänomen hat seinen Anfang mit dem 20-jährigen Andrew Fischer, einem Webdesigner aus Omaha, genommen. Dieser bot seine Stirn im Jänner über eBay als Werbefläche feil. Den Zuschlag erhielt ein Hersteller eines Mittels gegen das Schnarchen für immerhin 37.375,- Dollar. Fischer trug dafür einen Monat lang den Schrifzug „Snore Stop“ auf der Stirn. Die Geschichte hat so viel Publicity erzeugt, dass das Anti-Schnarch-Produkt seinen Bekanntheitsgrad und seine Verkaufszahlen in den USA beachtlich steigern konnte. Inzwischen vermarktet Fischer seinen Kopf auf einer eigenen Website: www.humanadspace.com.

Werbung von Kopf bis Fuß

Der Idee Fischers folgten viele und versuchten Geld aus ihren verschiedenste Körperflächen zu machen. Seit Jänner, als Fischer seine Stirn auf eBay erstmals „versteigerte“, haben sich derlei Angebote vervielfacht. Manche machen es aus Spaß, manche um des Geldes wegen. Werbung auf Körperteilen ist wesentlich billiger als die Ausgaben für Anzeigenschaltungen, Plakatwände usw., so der Ansatz dieses Werbeauswuchses. Eine Frau aus Las Vegas bietet bspw. ihr Dekollete für 10.000,- Dollar für Werbeslogans, auf die man starren soll, und so manche Glatze konnte sich sogar für 20.000,- Dollar umsetzen.

Aber auch hier zeigt sich schon das Gesetz des Marktes. So finden manche „Körperwerbeflächen“ auf eBay keinen Absatz. Viele gleiche Angebote ziehen weniger Aufmerksamkeit auf sich und manch ein Marketingspezialist hält diese menschlichen Werbeträger auch für zu ausgeflippt, um eine positive Werbe-Botschaft zu vermitteln. Allerdings haben sich in den letzten zwei Monaten bereits Firmen formiert, die sich als Vermittler zwischen Werbetreibenden und den Anbietern von Glatze, Babybauch und Co engagieren.