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Potenziale von Online-Instrumenten oft ungenutzt

Filed under: Webwriting — mn @ 19. November 2004

Laut einer Studie der Berliner Agentur index hat Online-PR einen festen Platz im Kommunikationsmix gefunden. Jedoch wird sie von den befragten deutschen Unternehmen nicht immer konsequent ein- und umgesetzt und auf Botschaften und Zielgruppen angepasst.

Rund 85 Prozent der Unternehmen versenden laut Online-Befragung regelmäßig Newsletter per E-Mail. Weniger oft, zu 54,8 Prozent, werden interaktive Elemente eingesetzt, wie bspw. Umfragen oder Feedbackmöglichkeiten. Nur noch 11,9 Prozent kommunizieren personalisierte Informationen, um unterschiedliche Bedürfnisse von Lesern zu berücksichtigen.

Keine gezielte Ansprache von Online Medien

Ungefähr 75 Prozent der befragten Unternehmen führen Online-Medien in ihren Presseverteilern. Spezielle Informations-Bedürfnisse dieses Medienzweigs werden aber nur von 48,6 Prozent der Unternehmen beachtet. Diese sprechen Online-Medien mit speziell aufbereiteten Presseinformationen an, bspw. mit kürzeren, übersichtlicheren Texten oder der Verlinkung zu weiterführenden Informationen. Online-Pressekonferenzen oder Web-Streams von Pressekonferenzen werden nur von 2,5 Prozent angeboten. Als Grund dafür sieht index eventuelle technische und organisatorische Hürden, fehlendes Equipment oder Vorbehalte gegenüber der Akzeptanz auf Journalistenseite.

Schneeball-Effekte kaum genutzt

Webspezifische Aktionen, wie Online-Gewinnspiele, E-Cards oder Flash-Games – um User auf Webseiten aufmerksam zu machen, Kunden zu binden oder eine eigene Community aufzubauen, führen laut Befragung lediglich 36,2 Prozent der Firmen durch. Davon gehen nur etwa mehr als die Hälfte (55 Prozent) Kooperationen mit Online-Medien ein, um die Bekanntheit zu steigern. Auch virale Elemente werden nur von 19 Prozent der Unternehmen integriert. Die Möglichkeit, mit geringem Aufwand eine sehr große Zielgruppe zu erreichen, bleibt also häufig ungenutzt.

Eigene Foren selten

Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen (63,8 Prozent) beobachten, was User in spezifischen Foren und Newsgroups über ihre Produkte sagen und setzen zum Teil die Statements und Auswertungen für Marketingaktivitäten oder Produktverbesserungen ein. In den Foren geben aber nur 46,9 Prozent Stellung zu ihren Produkten, Technologien und Services. Eigene Foren werden sogar nur von 24,2 Prozent betrieben. index sieht hier eine bestimmte Zurückhaltung vor Community-Building, der „Königsdisziplin der Online-PR“. Aber ungefähr die Hälfte der Unternehmen gibt an, für die wichtigsten Produkte und Services eigene Microsites zur Verfügung zu stellen.

Bei der Befragung haben Unternehmen aller Größen zwischen 1 bis 5 und über 1.000 Mitarbeitern teilgenommen. Kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern waren mit insgesamt 76,6 Prozent am stärksten vertreten. Der Schwerpunkt lag bei Firmen und Einrichtungen aus den Branchen IT, Telekommunikation, Consulting und Mulitmedia. Die Teilnehmer kamen aus der Geschäftsführung, der Public Relations-Abteilung, dem Marketing und dem Vertrieb.

Mehr Details zur Studie bei index, Agentur für strategische Öffentlichkeitsarbeit und Werbung.